Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie – Lauren Oliver

Von „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ bin ich, wie ich schon häufiger mal erwähnte, schon seit Jahren begeistert. Als ich es damals nach Ersterscheinen gelesen habe, war ich circa 16 und fand schlicht Schreibstil und Idee gut. Ein Mädchen, das bis sie stirbt, andere fertig macht und sich oft egoistisch und überheblich verhält, merkt, wie falsch das gewesen ist udn will zumindest einige Sachen wieder gut machen. Heute, etwa 7 Jahre später, fielen mir noch andere Aspekte auf. Zum Beispiel wie besagtes Mädchen überhaupt zur Mobberin werden konnte und dass eine Gruppe oft nicht durch Weiterlesen

Als ich dich suchte – Lauren Oliver

An dem Buch hat mich zu allererst das Cover angesprochen. Ich weiß gar nicht mehr, wo genau ich es zum ersten Mal gesehen habe, aber mein Scrollen wurde sofort unterbrochen. Als ich dann noch „Lauren Oliver“ darauf las, war es schon so gut wie gekauft.

Es ist eine typische Lauren Oliver-Geschichte, in dem Sinne, dass man das Buch erst in all seinen Details versteht, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Das finde ich wirklich faszinierend, wie ihr dieses Phänomen immer wieder gelingt, obwohl es Romane statt Krimis oder Thrillern sind.

Nick und Dara sind Schwestern, die sich kaum näher stehenkönnten. Obwohl Dara immer die ist, die Weiterlesen

Marci Lynn Curtis – Alles, was ich sehe

Nach einer Hirnhautentzündung hat Maggie ihr Augenlicht verloren. Seit sechs Monaten versucht die Schülerin sich nun daran zu gewöhnen, dass ihr Leben eine drastische Änderung nahm. Sie geht jetzt auf eine Blindenschule, die sie hasst, mit Mitschülern, die sie hasst, und hat eine persönliche Betreuerin, die sie hasst, die ihr aber beibringen soll, mit dem Blindenstock, den sie hasst, in der Welt klar zu kommen. Maggie verkriecht sich daher am liebsten in ihrem Zimmer , sucht auf ihren speziellen Computer für Blinde (Sie hasst ihn) nach Informationen über den nächsten Live-Auftritt der Loose Canons, ihrer absoluten Lieblingsband. So ist sie extrem überrascht als sie im Wartezimmer ihres Therapeuten auf dessen Neffen Ben, einen 10-jährigen Jungen, trifft und ihn sehen kann!

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Jenny Han – To all the boys I’ve loved before

Lara Jean schreibt an jeden Jungen, in den sie sich verliebt, einen Liebesbrief. Nicht, um ihre Gefühle zu offenbaren, sondern, um über ihn hinweg zu kommen. Diese Briefe, mittlerweile sind es fünf, liegen gut verstaut in einer alten Hutschachtel. Zumindest so lange bis ihre große Schwester Margot nach Irland zum Studieren geht und ihr Vater das als Gelegenheit nimmt, das Haus auszumisten. Doch irgendwer hat die Briefe abgeschickt und so nimmt das Chaos seinen Lauf. Schließlich ist nicht nur Weiterlesen

Dianne Touchell – Kleiner Wahn

Dianne Touchell hat ihren ganz eigenen Stil, der zuerst ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, aber ihre Bücher zu etwas Besonderem macht. Diese Erkenntnis hatte ich schon bei ihrem Debütroman „Zwischen zwei Fenstern“ und auch „Kleiner Wahn“ fesselte mich auf diese leicht verspätete Art.
Rose ist ein schüchternes, braves Mädchen, das nie Ärger macht oder sich falsch verhält. Dafür ist ihre beste Freundin Liv zuständig, die noch dazu den Ruf der Schulmatratze genießt. Michael ist zwar beliebter als Rose, legt aber ein sehr ähnliches Verhalten an den Tag. Die beiden

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Corey Ann Haydu – Don’t tell me lies

Kennt ihr das Gefühl, dass ihr nicht sicher seid, ob ihr ein Buch mögt oder nicht? Diese Unsicherheit verspüre ich beim vorliegenden Jugendroman „Don’t tell me lies“.
Die Geschichte handelt von Tabitha, die von ihrer besten Freundin im Stich gelassen wurde als beide die Kindheit hinter sich gelassen haben und Tabitha plötzlich hübscher war und größere Brüste hatte als Jemma. Außerdem ist Tabby in einen Jungen an ihrer Schule verliebt, der allerdings mit einer anderen zusammen ist. Trotzdem kommen die beiden sich näher und Tabitha versucht ihren Emotionen mit Hilfe einer Internetseite namens „Life by Committee“ zu entfliehen. Das Prinzip von LBC ist einfach: Poste ein Geheimnis, erhalte eine Aufgabe, erfülle sie und deine Geheimnis bleibt geheim. Anfangs ist Tabitha von Konzept und Aufgaben begeistert, sie fühlt sich toll, wenn sie sie erledigt hat, sie sieht in Star, einem anderem Mitglied, ihr großes Vorbild, will mehr werden wie sie. Doch dann gefallen ihr die Aufgaben nicht mehr, alles läuft immer mehr aus dem Ruder, ihre Familie und Freunde verstehen sie nicht mehr.
Warum ich bei diesem Buch nicht sagen kann, ob es mir gefällt? Tabitha ist eine sehr zwiegespaltene Protagonistin, einerseits anfangs sehr real und menschlich, aber andererseits so durchgeknallt, dass ich keine Lust mehr hatte, mehr über sie zu erfahren. Joe, der Schwarm, ist ein Vollidiot, wie man auf so einen stehen kann, verstehe ich überhaupt nicht. Die Erwachsenen der Geschichte verhalten sich allesamt von Eltern über Vertrauenslehrerin bis zum Direktor wie Teenager. Und dieses Netzwerk LBC ist so übertrieben, dass selbst der blindeste Internetneuling erkennen muss, dass es nicht ganz koscher ist. Den Schreibstil von Haydu fand ich ebenfalls nur lala, kann man sich antun, muss man aber nicht.
Okay, ich glaube, ich habe meine Antwort gefunden: Ich mag das Buch nicht.

Don't tell me lies

  • ISBN: 978-3423716260
  • Taschenbuch
  • 352 Seiten
  • DTV junior
  • Mai 2015 erschienen

Makiia Lucier – Das Fieber

Dieses Buch spielt 1918 und gehört in die Kategorie Historischer Roman. Wer geschichtlich bewandert ist, merkte bei der genannten Jahreszahl schon auf: Zwischen 1918 und 1920 plagte die Spanische Grippe die Welt. Millionen Menschen überall starben daran, mehr noch als am Schwarzen Tod, der Pest, im 14. Jahrhundert. Makiia Lucier nahm das als Anlass, die Geschichte von Cleo Berry zu ersinnen, einem jungen Internatsmädchen, dessen Eltern vor langer Zeit bei einem schrecklichen Unfall starben und das seither bei seinem Bruder Jack und dessen Frau Lucy lebt. Die beiden sind gerade im Urlaub als in Portland die ersten Influenzafälle auftreten. Cleo haut aus dem Internat ab, Weiterlesen

Emma Mills – Jane & Miss Tennyson

Okay, ihr wisst ja mittlerweile, dass ich die Bücher aus dem Königskinder Verlag uneingeschränkt liebe. Daher konnte ich auch nicht lange warten bis ich den ersten Frühlingstitel 2016 gekauft habe: „Jane & Miss Tennyson“ von Emma Mills. Die Cover des Frühjahrsprogramms stechen wie immer hervor, diesmal durch Portraitfotographien und Blumenmuster auf den Umschlägen. Doch auch der Einband darunter hat mich begeistert als ich etwa 10 Minuten nach Kauf im Cafe saß und ungeduldig das Buch aus der Folie befreit habe. Das Blumenmuster ziert diesen ebenso, allerdings zusätzlich noch ein Zitat aus der Geschichte:

Noch nie hatte jemand meinetwegen ein Buch gelesen, geschweige denn zwei.

Aber ich erzähl euch erstmal, worum es geht, bevor ich weiter schwärme. Devon Tennyson bezeichnet sich selbst als ganz normal und vor allem langweilig. Sie bevorzugt jedoch die Beschreibung nach Jane Austen, in der sie nicht Devon, sondern Miss Tennyson wäre und mit „ganz und gar gewöhnlich“ charakterisiert werden würde. Devon stellt sich häufig vor, was ihre Lieblingsautorin zu ihrem Leben oder speziellen Situationen sagen würde, das macht es für sie einfacher, dass ihr bester Freund Mister Kincaid (Cas) nicht ebenfalls Gefühle für sie hegt, sondern einer anderen ganz fantastischen Dame den Hof macht. Lindsay ist nämlich wirklich nett, das kann selbst Devon in ihrer unterdrückten Eifersucht nicht bestreiten. Zum Glück gibt es Ablenkung: ihr kleiner Cousin Foster ist gerade bei den Tennysons eingezogen und findet ebenso schnell wie unerwartet Anschluss im Football-Team der Highschool. Unterstützt wird er dabei von Starspieler Ezra. So sehen auch Devon und Ezra sich häufiger und freunden sich an. Obwohl ihre Leben sich sehr voneinander unterscheiden, finden sie einen Draht zueinander und Ezra hilft Devon sogar bei ihren Collegebewerbungen, wenn auch eher indirekt. Die Handlung spitzt sich zu als es auf den Homecomingball hinausläuft. Streitereien kochen hoch, Gefühle schäumen über und Komplikationen entstehen. Cas geht doch nicht mit Lindsay zum Ball, Devon schlägt alle Angebote aus, Missverständnisse in alle Richtungen treten auf.
Zunächst bin ich sehr sicher, dass dieser Roman genau nach dem Vorbild der Dramaturgie von „Stolz und Vorurteil“ oder „Gefühl und Vernunft“ aufgebaut ist. Leider muss ich zu meiner Schande gestehen, noch nie Jane Austen gelesen zu haben. Aber ich mochte es, wie Devon immer wieder in die Sprache der anderen Zeit wechselt, das plötzliche Auftauchen des Mr. Willoughby bei Marianne mit der betrunkenen SMS an die Ex vergleicht und sarkastische Gedanken hat, die sie aber meistens -wie es sich für eine junge Dame gehört- nicht ausspricht.
Aber auch die anderen Personen passten perfekt: Marabelle, eine elfenhafte 15-jährige, die schwanger ist. Jordan, der beliebteste Typ der Schule, der loyal zu seinen Freunden steht und erklären kann, warum er diese Leute mag. Emir, der eigentlich nur zweimal auftaucht, aber mehr Eindruck hinterlässt als viele andere.
Immer wieder musste ich herzhaft lachen (glücklicherweise erst als ich zu Hause weiter gelesen habe). Das perfekte Buch für den Frühlingsanfang!

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– ISBN: 978-3551560254
– Gebundene Ausgabe
– 480 Seiten
– Königskinder Verlag
– März 2016 erschienen

Simona Ahrnstedt – Die Erbin

Dieses Buch hab ich als erstes in den Social-Media-Bewerbungen von LYX gesehen und das Cover fand ich so wunderschön, dass ich das Buch auf jeden Fall lesen musste. Manchmal wünsche ich mir ja wirklich die Option, Kleider von Fotos mit einem Klick in meinen Schrank zu kopieren…

Natalia de la Grip ist die Tochter einer der einflussreichsten Familien Schwedens. Ihr Vater führt eine der größten Aktiengesellschaften der Finanzbranche, Investum. Sie selbst ist Unternehmensberaterin und wird über den grünen Klee gelobt. Die Branche sieht in ihr die kluge, durchsetzungsfähige, junge Frau, die sie ist, doch ihr Vater würde in seinem Unternehmen am liebsten ausschließlich Männer beschäftigen, ganz besonders in den Führungspositionen. Dass er dadurch häufig Fehler macht, ignoriert er. Doch Natalia ist davon überzeugt, ihn mit ihren Fähigkeiten letztlich doch noch beeindrucken zu können. Dennoch ist sie mehr als skeptisch als David Hammar, ein Risikokapitalgeber mit wahnsinnigen Erfolgen in ganz Europa, sie zum Lunch einläd. David selbst hat seine ganz eigenen Gründe, warum er das verschmähte Mitglied der de la Grip Familie kennen lernen will, und die haben mit Wirtschaftsprozessen nicht mehr besonders viel zu tun, dafür allerdings mit Rache. Denn David war nicht immer so vermögend wie er es jetzt ist, das hat er nur seinem Ehrgeiz, Glück und dem Drang nach Vergeltung zu verdanken. Sein Plan geht auch auf, doch Natalia ist ganz anders, als er es erwartet hatte. Nach einer gemeinsamen Nacht gerät dieser Plan immer mehr ins Wanken.

Anfangs fand ich diesen Roman packend, weil er sich mal in anderen Kreisen bewegte. Das Augenmerk wird nicht nur auf die Beziehung zwischen Natalia und David gerichtet, sondern eben auch auf die Vorgänge in der Finanzbranche, die teilweise wirklich spannend nachzuvollziehen sind. Zudem ist die Geschichte perfekt aufgebaut, der Leser stellt sich nach kurzer Zeit schon viele Fragen, die immer komplexer werden, aber lange keine Rückschlüsse zulassen. Was kann vor 20 Jahren passiert sein? Warum will David Rache? Wie sieht die Familienstruktur der de la Grips wirklich aus? Wie steht diese oder jene Person zum Rest? Ist das jetzt die Wahrheit oder nur eine Geschichte in der Geschichte? Fantastisch!
Meine Lieblingsperson ist Natalias beste Freundin, Åsa, die immer für einige freche Sprüche zu haben ist.
Band 2 „Ein einziges Geheimnis“ erscheint nächsten Monat und erzählt die Geschichte von Alexander de la Grip, Natalias Bruder. Das Kleid auf dem Cover dürfte ebenfalls gerne in meinen Kleiderschrank wandern…

Die Erbin

  • ISBN: 978-3802599453
  • Paperback
  • 608 Seiten
  • LYX
  • Oktober 2015 erschienen

Jenn Bennett – Die Anatomie der Nacht

Ihr erinnert euch sicher, wie sehr ich vom ersten Königskinder Programm im letzten Herbst geschwärmt habe. Das zweite Programm im Frühjahr diesen Jahres gefällt mir optisch ehrlich gesagt sehr viel weniger, was mich aber nicht davon abhält, die Themen wieder fantastisch zu finden. Nun kommt schon fast der neue Herbst und ich habe den ersten Frühjahrstitel gelesen: „Die Anatomie der Nacht“ von Jenn Bennett.
Komischer Titel für ein Jugendbuch? Ja, vielleicht. Doch Protagonistin Bex zeichnet leidenschaftlich gern anatomisch. Um ihren Berufswunsch der medizinischen Illustratorin zu verwirklichen, will sie mit einer ganz besonderen Zeichnung einen wissenschaftlichen Kunstwettbewerb gewinnen. Dazu versucht sie eine der Professorinnen der Uni in San Fransisco zu überzeugen, sie in einen der Präp-Kurse zu lassen, um die Leichen zu skizzieren. Nach einem ausgefallenen Treffen mit Dr. Sheridan sitzt Bex missmutig im Nachtbus, wo sie Jack kennen lernt. Die beiden spüren sofort die Chemie zwischen ihnen, doch viel zu schnell muss er aussteigen. Als ihm beim Aufstehen eine goldene Spraydose aus der Tasche fällt, wird Bex klar, dass dieser umwerfende Junge der gesuchte Sprayer ist, der die Stadt mit seinen Worten in Atem hält. Mithilfe kleiner Hinweise versuchen die beiden sich wiederzufinden. Ihre Handynummern tauschen sie erst nachdem sie sich schon oft getroffen haben und eine Menge übereinander wissen. Sie kommen aus unterschiedlichen Welten, doch verbindet sie nicht nur die Kunst, sondern auch ide Familienprobleme, die bei Jack noch etwas dramatischer sind, als bei allen anderen. Zusammen überstehen Bex und Jack alles, aber schaffen sie es, zusammen zu bleiben?
Ich liebe Bennetts Sprache! Wundervoll! Der Klappentext hat mich mit den Worten

Ich war auf dem Heimweg und er würde wahrscheinlich gleich einen Schnapsladen ausräumen

überzeugt. (Ja, verrückt, ich weiß) Wortgewandt, aber dennoch jugendlich gesprochen zeigt sich das gesamte Buch, die Dialoge zwischen Bex und Jack sind witzig, ernst, flirtend, traurig, hoffenungsvoll, verliebt und das alles gleichzeitig! Die Hintergründe, warum Jack Graffitti sprayt, wieso Bex zeichnet wie sie es tut, wie die Familienprobleme der Vincents und der Adams entstanden sind, sind absolut realistisch, gut recherchiert und vor allem mitfiebernd.
Dieser Titel ist mal wieder so lesenswert wie ich es von den Königskindern gewohnt bin.

Die Anatomie der Nacht

  • ISBN: 9783-551560117
  • Gebundene Ausgabe
  • 352 Seiten
  • Königskinder
  • April 2015 erschienen