Als ich dich suchte – Lauren Oliver

An dem Buch hat mich zu allererst das Cover angesprochen. Ich weiß gar nicht mehr, wo genau ich es zum ersten Mal gesehen habe, aber mein Scrollen wurde sofort unterbrochen. Als ich dann noch „Lauren Oliver“ darauf las, war es schon so gut wie gekauft.

Es ist eine typische Lauren Oliver-Geschichte, in dem Sinne, dass man das Buch erst in all seinen Details versteht, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Das finde ich wirklich faszinierend, wie ihr dieses Phänomen immer wieder gelingt, obwohl es Romane statt Krimis oder Thrillern sind.

Nick und Dara sind Schwestern, die sich kaum näher stehenkönnten. Obwohl Dara immer die ist, die die Aufmerksamkeit auf sich zieht und „Normalität“ ein Fremdwort für sie ist, liebt Nick ihre kleine Schwester wie verrückt. Zumindest bis sie die Freundschaft mit Nicks bestem Freund Parker verkompliziert, in dem Dara eine Beziehung mit ihm eingeht. Als Nick und Dara nach einer Party auch noch einen Autounfall haben, bei dem Dara schwer verletzt wird, ändert sich das Leben der beiden grundauf. Nick war eine Zeit lang bei ihrem Vater und seiner neuen Freudin eingezogen, kommt nun aber in ihre Heimatstadt zurück.

Die Dinge sind nicht mehr wie früher und es hat keinen Zweck, sich etwas anderes einzureden.

Seit dem Unfall haben die Schwestern nicht mehr miteinander gesprochen, allerdings versucht Nick wieder eine Beziehung zu Dara aufzubauen, während sie ihrem neuen Nebenjob in einem Freizeitpark nachkommt, den ihre Mutter ihr organisiert hat. Dort trifft sie auch Parker wieder, der ebenfalls im FanLand jobbt. Die familiären Beziehungen verschlechtern sich drastisch und an Daras Geburtstag scheint sie, genau wie kurz zuvor ein anderes Mädchen in der Stadt, verschwunden zu sein. Nick stellt eigene Nachforschungen an, da niemand ihren Hinweisen Glauben schenken will. Dabei stößt sie auf Abgründe, die sie in der Kleinstadt nicht erwartet hatte.

Das Buch wird abwechselnd aus Nicks und aus Daras Sicht erzählt, mal in „Vorher“- , mal in „Nachher“-Auszügen. Außerdem werden immer wieder Online-Zeitungsartikel samt Kommentaren eingeworfen. Diese lassen den Leser jedes Mal neue Vermutungen anstellen; auch wer sich hinter „anonym“ als Kommentator verbirgt. Ziemlich schnell wird auch klar, dass irgendetwas an der Story nicht zusammen passt und schon rätselt man, was wirklich passiert sein könnte, was mit der kleinen Madeline geschehen ist und wer lügt. Zugegeben, nach etwa zwei Dritteln des Buches dachte ich mir, wie es ausgehen könnte und diese Vermutung war dann auch zutreffend, aber dennoch hat mir das Buch zu lesen sehr viel Spaß bereitet.

Der Klappentext, sowohl auf der Rückseite als auch auf der vorderen Einschlagklappe, finde ich im Nachhinein äußerst irreführend. Auf der Einschlagklappe ist der Ausschnitt einer Szene, der sehr zusammenhangslos herausgegriffen wurde und für die Handlung überhaupt nicht relevant ist. Der Klappentext hinten ist – nunja – falsch. Warum kann ich leider nicht sagen, ohne zu spoilern, aber lieber Carlsen Verlag, da hätte ich mehr von euch erwartet.

als-ich-dich-suchte

 

 

 

  • ISBN: 978-3-551-58351-2
  • Gebundene Ausgabe
  • 368 Seiten
  • Carlsen Verlag
  • Februar 2017 erschienen

 

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