Victoria Aveyard – Die Farben des Blutes – Die rote Königin

Noch eine vielversprechende Fantasy-Reihe, die ich euch nicht vorenthalten möchte. In dieser geht es um Gesellschaftskritik, Rebellion, Verrat, den Druck der Umgebung, Allianzen und (politische) Beziehungen.
Mare ist ein junges Mädchen aus der Unterschicht, denen mit rotem Blut. Die Oberschicht, die Silbernen, das sind die, die den Verlauf der Welt bestimmen. Sie haben magische Kräfte und sind den Roten dadurch vielfach überlegen. Da Norta in einem seit über hundert Jahren andauernden Krieg mit den Lakelands, dem Nachbarland, liegt, werden alle Roten, sobald sie 18 Jahre alt sind und keine Arbeit oder Lehrstelle haben, in die Armee eingezogen. Mares drei ältere Brüder sind dort, sie selbst wird in ein paar Monaten ebenfalls eingezogen werden, nur ihre jüngere Schwester Gisa hat eine Lehrstelle als Näherin. Mares bester Freund Kilorn hatte ebenfalls einen Ausbildungsplatz als Fischer, doch dann stirbt sein Ausbilder und auch er soll eingezogen werden. Um das zu verhindern, versuchen Mare und Gisa die Silbernen zu beklauen und damit das Geld für den Transport einer „Fracht“ des Untergrundes zu bezahlen. Während die beiden aber auf dem Marktplatz der Silbernen sind, kommt die Meldung, dass eine terroristische Gruppe von Roten, nämlich die Scharlachrote Garde, die Hauptstadt angegriffen hat. Sie müssen sofort fliehen, doch auch das rettet Gisas Näherinnenhand nicht mehr, die von einem Silbernen zertrümmert wurde. Mit Glück und der Hilfe eines Fremden bekommt Mare kurz danach eine Anstellung in der Sommerresidenz der Königsfamilie. Dort findet die Königinnenkür statt, ein Wettkampf der heiratsfähigen Töchter der silbernen Familienclans. Dabei geht jedoch etwas schief und eines der Mädchen zerstört die Arena. Mare, die Getränke servieren sollte, ist mitten im Geschehen und hätte als Rote eigentlich sterben müssen, doch wie durch ein Wunder nutzt sie Kräfte, die eigentlich nur Silberne haben, um sich zu retten. Von nun an wird sie als verlorene Tochter eines verstorbenen Silbernen ausgegeben und auch sofort mit dem jüngeren Königssohn Maven verlobt. Dass Mare mit dem Thronfolger Cal allerdings schon viel inniger verbunden ist, weiß noch niemand. Fortan erhält sie die Erziehung zu einer vornehmen Dame ebenso wie zu einer Kämpferin. Denn der Krieg zieht seine Kreise und die Scharlachrote Garde ist weiter verbreitet als angenommen wurde. Mare schließt sich der Rebellion an, doch vertraut sie dabei den richtigen Leuten?
Ich fand den Auftakt sehr gut gelungen, Mare mochte ich als Charakter sofort, da sie, ihre Gefühle und Taten so realistisch sind. Sie kämpft für die, die sie liebt, hält aber gleichzeitig an ihren Vorurteilen fest, wodurch sie einfach menschlich ist. In ihren Bemühungen, ihre Familie und Freunde zu beschützen, übersieht sie Details, was auch von ihrer hektischen und unüberlegten Art gefördert wird. Die anderen Personen sind mindestens genauso gut dargestellt, sie bleiben sich selbst treu und sind gut durchmodelliert – auch die Nebenfiguren. Und die politischen Verstrickungen in Norta weisen ebenfalls keine offensichtlichen Schwächen auf, natürlich sind noch viele Fragen offen, doch die werden wohl in den Folgebänden geklärt werden. Die Handlung selbst spielt sich schnell ab, es gibt keine langatmigen Zwischenszenen, um Zeit zu schinden, dennoch bleibt sie dabei facettenreich, ohne beim Leser hellseherische Fähigkeiten zu ergründen. Ich freue mich auf Band 2 „Die Farben des Blutes – Gläsernes Schwert“, was im Juli erscheint.

Die Farben des Blutes Die rote Königin

  • ISBN: 978-3551583260
  • Gebundene Ausgabe
  • 512 Seiten
  • Carlsen
  • Mai 2015 erschienen
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