Lesetipp Paula Hawkins – Girl on the train

Bei diesem Buch habe ich mich tatsächlich mal vom Hype und der Werbung mitreißen lassen und „Girl on the train“ in meinem SUB höher rutschen lassen. Und es hat sich gelohnt!

Rachel steigt jeden Morgen und jeden Abend in den gleichen Zug um nach London bzw. wieder nach Hause zu fahren. Ihr eigenes Leben ist komplett auseinander gebrochen: Sie ist geschieden, liebt ihren Exmann Tom aber noch, hat ein Alkoholproblem und kann sich keine eigene Wohnung leisten, weshalb sie bei einer früheren Freundin untergekommen ist. Doch vom Zug aus kann sie ein junges Paar in ihrem Garten beobachten, das auf sie vollkommen glücklich wirkt. Rachel konstruirt sich ihre eigene Realität, nennt das Paar für sich Jess und Jason, erfindet Berufe, Hintergründe, Hobbys. Umso schockierter ist als sie eines Tages etwas beobachtet. Kurz drauf verschwindet „Jess“ und Rachel verstrickt sich in Vermutungen, mögliche Indizien und Verdächtigungen.

Als Leser ist es anfangs schwer in der Geschichte den ÜBerblick zu behalten, da verschiedene Personen über verschiedene Zeiten berichten. Immer wieder springt man vor und zurück, von Rachel zu „Jess“ zu Anna, der neuen Frau von Tom und wieder zurück. Es kommt erschwerend hinzu, dass Rachel auf Grund des Alkohols Blackouts hat und häufig selbst nicht mehr weiß, was geschehen ist. Ich habe letztlich Gefallen daran gefunden, nicht zu wissen, was passiert ist, was passieren wird und teilweise sogar was in diesem Moment abläuft. Das lag auch daran, dass ich die Charaktere sehr beeindruckend fand. Rachel war mir grundweg unsympathisch, manchmal habe ich mich geradezu vor ihr geekelt, aber dennoch konnte ich nachvollziehen, wie sie in diese Situation gerutscht ist. Auch die anderen Frauen der Geschichte bis hin zur Polizistin fand ich gut herausgearbeitet. Jede hat Stärken und Schwächen, die sie ausmachen. Da hatte ich mit den Männer schon mehr Probleme. Tom war mir anfangs zu glatt, zu schön, zu klug, zu heldenhaft, was letztlich zwar Sinn macht, da er dort nur von Rachel beschrieben wurde, die ihn auf einen Sockel hebt, aber keinen guten Eindruck von ihm hinterlässt. „Jason“ taucht erst relativ spät wirklich auf und ist schwierig einzuschätzen, doch die am wenigsten tiefe Person ist der ermittelnde Polizist. Der war für mich so gar nicht greifbar. Zum Glück spielt er keine so große Rolle. Zu den anderen Personen schreibe ich hier besser nichts, um nicht zu spoilern.

Insgesamt fand ich „Girl on the train“ wirklich spannend. Ein tolles Debüt der Autorin, ich hoffe, ihre nächsten Bücher halten diese Erwartungen aus!

Girl on the train

ISBN: 9783 764505226
Paperback
448 Seiten
Blanvalet
Juni 2015 erschienen

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3 Gedanken zu “Lesetipp Paula Hawkins – Girl on the train

  1. Ja, spannendes Teil. Meine Frau hatte es mir empfohlen. Obwohl ich einen anderen Lesegeschmack habe, habe ich das Buch zu lesen angefangen … und konnte nicht mehr aufhören. Hat sich gelohnt …

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