Manchmal

Manchmal wünschte ich, ich könnte dich hassen. Einfach hassen. Dafür, dass du mir nicht antwortest. Ich will dich verabscheuen. Ja, verabscheuen. Weil du mich abhängig machst. Ich möchte dich vergessen. Komplett vergessen. Um mich wieder anderen zuwenden zu können. Ich will dich verachten. Unheimlich verachten. Dafür, dass du mich nicht brauchst. Ich will dir böse sein. Extrem böse. Wenn du nicht reagierst. Ich möchte dir grollen. So sehr grollen. Weil deine Handlungen sich widersprechen. Ich möchte dich verdammen. Schlicht verdammen. Wenn du durch meinen Kopf spukst. Ich will dich missbilligen. Geradezu missbilligen. Dafür, dass mich verletzt. Ich will dich zurückweisen können. Hart zurückweisen. Aber es geht nicht.
Manchmal

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3 Gedanken zu “Manchmal

  1. Den Text habe ich vor einigen Monaten geschrieben, als ich wirklich verdammt wütend auf jemanden war, und gerade bei meinen unveröffentlichten Beiträgen gefunden. Und heute hatte ich das Bedürfnis, diesen Text zu veröffentlichen. Warum auch immer.

    Ich finde es immer schwierig, Gefühle genau zu benennen, aber ich bin sicher, dass ich schon häufiger mal jemanden gehasst habe – zumindest für den Moment.

    „Ich kenne insoweit Schmerz, Trauer, Verzweiflung, tiefe Enttäuschung, Unverständnis.“ Diese Gefühle tauchen bei mir immer erst später auf, sobald die Wut verschwunden ist und plötzlich eine Leere auftaucht, die gefüllt werden will.

    Für mich ist Hass kein so weit entferntes Gefühl. Nicht umsonst heißt es, dass Liebe und Hass nah beieinander sind. Daher ist für mich der Schritt dorthin auch „nur“ genauso kompliziert und verzwickt wie der in Richtung Liebe.

    Vielleicht haben wir hier einfach ein anderes Verständnis von diesem (ja, das gebe ich gern zu) komplizierten und vielschichtigem Gefühl. Deinen Beitrag dazu werde ich auf jeden Fall noch lesen, wenn auch vielleicht erst morgen 😉

    Liebe Grüße und auch dir eine gute Nacht! Und vielen Dank, dass du auch meine nicht so einfachen Texte kommentierst, ich freue mich immer über Rückmeldungen! 🙂

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    • Dankeschön – ich kommentiere gern, wenn es meine Zeit zulässt. Und die nicht so einfachen Texte sind doch oft gerade irgendwie besonders interessant, manchmal auch herausfordernd. – Zudem bist Du eine freundliche, interessante und bereichernde Gesprächspartnerin – also, es ist vor allem Deine „Schuld“, wenn ich immer wieder hier herumschreibsele. 😉

      Ich musste heute morgen übrigens schmunzeln als ich sah, dass Dich mein Artikel über den Hass dann doch noch gestern interessiert hat und Du sogar auch gleich noch deine Meinung dazu aufgeschrieben hast.

      Also und überhaupt habe auch ich sehr zu danken!

      Ganz liebe Grüße auch hier noch einmal für Dich!

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  2. Schwieriger Eintrag … – Aber ich trau mich, einen Kommentar dazu zu schreiben, zu den nicht so schwierigen Einträgen kann ja jeder … 😉

    Hass kenne ICH selbst eigentlich nicht. Ebensowenig wie Neid. – Ich weiß nicht, ob ich irgendwann einmal imstande wäre, wirklich zu hassen. Ich will das nicht ausschließen, aber ich denke, ich würde dieses Vermögen nur in extremster Lage hevorbringen können.

    Hass aus nicht erwiderter oder enttäuschter Liebe etwa, kenne ich tatsächlich nicht. Ich kenne insoweit Schmerz, Trauer, Verzweiflung, tiefe Enttäuschung, Unverständnis.

    Hass verunsichert mich sehr, macht mir oftmals Angst. Wer oder was ist es tatsächlich „wert“, gehasst zu werden? Wann ist hass womöglich „gerechtfertigt“?

    Für mich sind das Fragen, auf die ich auf keinen Fall leichtfertig antworten möchte.

    Aus dem, was Du hier geschrieben hast, spricht für mich eigentlich kein Hass. Du verwendest selbst ganz andere Attribute:

    Verabscheuen, Grollen, Zurückweisen, Missbilligen. – Das alles ist für mich (noch) kein Hassen, auch kein Ausdruck von Hass. Hass geht viel weiter, kennt letztlich keine Grenze …

    Ich habe noch ein anderes Problem mit Hass. Hass macht bitter. Wer oder was ist es wert, dass Du bitter wirst? Wer wirklich bitter wird, schadet sich selbst sehr, fatalerweise nicht selten, ohne es selbst irgendwann noch zu bemerken.

    Missbillige, Weise zurück, Verabscheue! – Aber hasse nicht!

    *

    Zum Thema „Hass“ habe ich mal einen längeren, grundsätzlicheren, Artikel geschrieben. Falls Du ihn nocht nicht gelesen hast, er Dich aber interessiert, Findest Du ihn hier .

    *

    Heute ganz besonders liebe Grüße an Dich – ich wünsche Dir eine gute Nacht, eine ohne Hass, eine die Dir ganz besonders viel Frieden und Erholung schenkt.

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