Lesetipp

Über diesen Roman habe ich damals meine Facharbeit geschrieben…

Der Roman „Alles, was wir geben mussten“ von Kazuo Ishiguro spiegelt Kathys Erinnerungen an verschiedene Begebenheiten ihres Lebens wieder. Sie ist ein Klon, geboren um zu spenden. Aufgewachsen ist sie im Internat Hailsham, welches von den wenigen normalen Menschen, die den „Kollegiaten“ eine schönere Zeit verschaffen wollen, geführt wird. Die Kinder werden nach Vorbildern, die sie ihre „Möglichen“ nennen, in Reagenzgläsern erschaffen. In Hailsham leben sie bis zum Alter von 16 Jahren, in dieser Zeit wird besonders ihre Kreativität, ihre künstlerische Seite, gefördert, jedoch wären die Kollegiaten niemals auf den wahren Grund dieses Zwangs zur Kunst gekommen: Denn Kunst spiegelt die Seele wieder. Somit beweist sie auch, dass man eine Seele hat! Dies ist wichtig, um der Außenwelt zu zeigen, dass auch die Spender ein Leben verdient haben. Das alles erfahren Kathy und ihre Freunde aber erst nach ihrer Hailsham-Zeit. In dieser hinterfragen sie nicht viel, sie sind schließlich so aufgewachsen: In der Erwartung nach der Schule nach und nach ihre lebenswichtigen Organe abzugeben. Normalerweise schließen die Klone nach der vierten Spende ab, was so viel heißt wie, sie sind nicht mehr bei vollem Bewusstsein, aber dennoch „irgendwie“. Danach werden ihnen weitere Organe entnommen und so sterben sie schließlich einen qualvollen Tod. Die Kollegiaten aus Hailsham ziehen nach ihrem Abschluss in andere Einrichtungen, wo sie auch mit ihren Ausbildungen anfangen können. Die Absolventen werden zunächst Betreuer anderer Spender, bevor sie selbst dazu übergehen.
Natürlich gibt es auch in diesem Roman die schon fast typische Liebesgeschichte, die sich während der Schulzeit ankündigt, aber statt Kathy bekommt ihre Freundin Ruth den früheren Außenseiter Tommy. Die drei verbringen auch nach Hailsham fast die ganze Zeit ihres Lebens zusammen. Kathy ist 31 Jahre alt, als sie ihre Erinnerungen mitteilt. Bis dahin war sie Betreuerin, unter anderem auch von Ruth, bis diese abschloss, und später von Tommy, bis zu dessen vierter Spende. Während dieser letzten Zeit beschäftigen sich Tommy und Kathy viel mit den Hintergründen ihrer Lebensumstände. Das fängt mit einem Gerücht an, welches besagt, dass die sowieso schon bevorzugten Hailsham-Kollegiaten sich zurückstellen lassen können, sprich ihre Spenden verschieben. So suchen die beiden die ehemaligen Aufseher und bringen Licht in das Dunkel ihrer Existenz.

Alles, was wir geben mussten

ISBN: 978-3442736102
352 Seiten
btb Verlag
November 2006 erschienen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s